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Dokumentation
Produktionsdaten
Abbildung:
Titel:Stajerska - Die andere Steiermark
Medienart:Video-Kassette
Herausgeber:Medienservice BMUK Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, Österreich, Plunkergasse 3-5, 1150 Wien; EPO - Filmproduktionsgesellschaft mbH. Adresse. Edelsinnstraße 58 1120 Wien 
Autor: Lechenauer 
Hersteller-Land:Österreich 
Hersteller-Ort:Wien 
Hersteller-Jahr:1996 
Produktumfang:Video 
Systemvoraus-
setzungen:
TV-Gerät, Videolaufwerk, Videoplayer  
Inhalt
Abstract:Der Videofilm "Stajerska - Die andere Steiermark" beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Region Stajerska/Steiermark, unterstützt die Einsatzbereiche Politische Bildung, Geschichte in der Oberstufe und Erwachsenenbildung. Der österreichische Videofilm ist ein Aufruf zu nachbarschaftlicher Aufmerksamkeit. The video film lights up the history and the present of region Stajerska/Steiermark and serves for the usage in political education, history, high stage of adults training.The austrian video is a chalenge to neighbours` attention.] 
Inhalt:Die Steiermark bis 1918 und ihr Gebietsumfang bis in das heutige Slowenien. Große Teile der slowenska Stajerska oder Untersteiermark waren länger Teile von Österreich als Tirol oder Salzburg. Die Geschichte dieser Region, in der jahrhundertelang zwei Volksgruppen friedlich zusammenlebten. Österreichische und slowenische Wissenschaftler und Betroffene tragen dazu bei, die Frage zu klären: Wie konnte innerhalb von fünf Jahren das gemeinsame Leben und Wirken der Volksgruppen vernichtet werden? Am Beispiel wird ein politisch, kulturell, wirtschaftlich soziales Europa und Integrationsmodell ohne nationalistische, ethnozentrische und hegemoniale Interessen unterbreitet.
Retrieval
Bildungsbereich:Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Hochschule, Weiterbildung/Fortbildung, Erwachsenenbildung 
Bildungskategorie:eurokulturelle Bildung, interkulturelle Bildung, ethische Bildung, europolitische Bildung, geographische Bildung, historische Bildung, politische Bildung 
Ethik-
Themenfeld:
1. Kulturelle Identität und interkulturelle Verständigung
1.1. Kulturelle Identität und interkulturelle Verständigung im Blickwinkel der Vergangenheit
1.2. Kulturelle Identität und interkulturelle Verständigung in Gegenwart und Zukunft
4. Gewalt und Ausgrenzung
4.1. Gewalt und Verfolgung in der Zeit von 1933 bis 1945 – Zeitzeugen und Zeitzeugnisse
7. Zukunftsbewältigung und Chancengleichheit
7.1. Lebensbewältigung und Benachteiligung
7.3. Zukunftschancen und Bürgerkompetenz
Schlagwort:Geographie, Geschichtsunterricht, Zeitgeschichte (Ereignisse nach 1918), Alltag, Ethik, Gesellschaft, Konfliktbewältigung, Zukunft, Kultur, Bildungsmedium, Europa, Österreich, Region, Bürger, Landschaft
Systematik:Ethik, Geographie, Geschichte, Heimatraum, Region, Interkulturelle Bildung, Kinder- und Jugendbildung, Medienpädagogik, Pädagogik, Politische Bildung, Spiel- und Dokumentarfilm, Weiterbildung, Wirtschaftskunde, Sachgebietsübergreifende Themen
Auszeichnung
Auszeichnungs-Art:Euromedia-Medaille 
Auszeichnungs-Jahr:1998 
Auszeichnungs-Ort:Bochum 
Auszeichnungs-text:(aus der Laudatio für die EURO-Comenius-Medaille der GPI e.V. 1998, vorgetragen am 10. Juli 1998 in der Festveranstaltung an der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des "Europäischen Mediensommers" von Prof. Dr. Thomas A..Bauer/Wien im Namen der Sokrates-Projektgruppe EUROMEDIA und der GPI-Jury vorgetragen wurde) Die Comenius-Medaille, mit der der Videofilm "Stajerska - Die andere Steiermark" (50 Min.)ausgezeichnet wird, will ein Signal setzen und Postulate einfordern. Das Signal, das sie setzt, gilt einem Entwurf, der politisch, kulturell, wirtschaftlich und sozial sich immer mehr als lebendige Figur abzeichnet: Europa, ein gesamtgesellschaftliches Integrationsmodell für einen geschichtsträchtigen Kontinent, in dem nationalistische, ethnozentrische, separatistische oder hegemoniale Interessen, Aggressionen und Grenzziehungen an Bedeutung verlieren zugunsten von Aufmerksamkeit und Interesse für Minderheiten, für kulturelle Nahtstellen und für das gesellschaftliche Ganze, das aus der Vielfalt der Formen lebt und sich Ausdruck verschafft. Das Postulat, das die Auszeichnung einfordert, ist ein Aufruf zur Disziplin nachbarschaftlicher Aufmerksamkeit. Die Rede ist ganz bewußt von der "Disziplin", also einer lernbaren und von uns allen zu lernenden Haltung der kritischen Kontrolle über bisher noch nicht überwundene Neigungen und Anmaßungen, durch die das Verhältnis zu anderen, insbesondere zu Nachbarn, über den Zuteilungsmechanismus von Superiorität und Inferiorität geleistet wird. Diese Neigung ist in jedem Sinne des Wortes animalisch und zerstörerisch. Sie hat sich über eine lange Geschichte festgebissen in Stereotypen und Klischees. In ihnen überlebt sie viele wohlgemeinte Versuche politischer, kultureller oder sozialer Vernunft.Medien, in unserem Falle Bildungsmedien, sind Träger kommunizierter oder kommunizierbarer Zeichen und Aussagen, die eingesetzt in Bildungs- und Lernzusammenhängen, bestehende Diskurse stützen und mobilisieren, abgestorbene Diskusrse revitalisieren oder fehllaufende Diskurse in Inhalt und Richtung korrigieren. Diese Medien sind ein wichtiger Baustein in der politischen Bildungsarbeit, weil sie den Blick der einzelnen Bildungs- und Lerngruppe auf Themen, Inhalte und Argumente lenken, die jeweils über die einzelne Gruppe hinausgehen und so einen für viele Lern- und Bildungsgruppen gültigen generaliserten Standard der inhaltlichen Auseinandersetzung vorgeben. In diesem Sinne sind sie ein Lernort des gesellschaftlichen Diskurses. Man darf aber nicht übersehen, daß sie nur ein Baustein in einem Bildungsvorgang sind, der, wenn er nur für sich stünde, vielleicht Effekte, aber nicht Wirkungen erreichen könnte. Bildungmedien leben von der Einbindung in intensive interpersonale Kommunikationen und Interaktionen, wie umgekehrt bildungsbetonte Diskurse durch die Einbindung von Bildungmedien in ihren Perspektiven um Aspekte bereichert werden, die nicht aus der Unmittelbarkeit des persönlichen Austausches gewonnen werden können. Um so wichtiger ist es, daß die auf dem Bildungsmarkt angebotenen Medien als solche Bausteine in der politischen und kulturellen Erwachsenenbildung jenen Kriterien entsprechen, die für didaktische Professionalität, mediale Wirkung und Praktikabilität des Einsatzes stehen. Die Videoproduktion "Stajerska - Die andere Steiermark" ist ein solcher Bildungsbaustein: Sie greift ein Thema auf, durch das wir erinnert werden an die Beständigkeit von Klischees und Stereotypen, durch die nationalistische Ressentiments über Generationen getarnt überleben und durch die Aggressionsbereitschaften quasimoralisch legitimiert werden. Sie intendiert in der Darstellung der Geschichte aber zugleich, die Perspektive der Zukunft verstehbar zu machen: Widersprüche entstehen dort, wo Menschen das, was sie gemeinsam haben, nicht wahrnehmen wollen, gegenseitig und zueinander nicht annehmen können. Die Botschaft heißt: Reden, auch das Reden über Widersprüche, verbindet. Schweigen und Verschweigen machen ohnmächtig,Sie ist in der Wahl ihrer Stilmittel und in ihrem medialen Ausdruck bewußt lokal, typisch für die Region. Sie verzichtet auf modischen oder juvenilen Anstrich, der Schnitt verschweigt nicht die regionale Färbung, die eher konservative, bedächtige und der Langsamkeit verpflichtete Weltsicht, verweigert sich konsequent dem speed. In diesem Sinne ist die Produktion authentisch, eine Aufforderung zur Achtsamkeit gegenüber dem, was der Boden der Region hervorbringt.Die Produktion ist didaktisch nicht umständlich und verlangt keine Auseinandersetzung auf der Meta-Ebene. Sie macht sehr unmißverständlich und wirksam deutlich, daß Europa eine Auseinandersetzung braucht und daß auch für den Gestaltungsprozeß Europa gilt: Was wir nicht bewußt lernen, müssen wir erleiden. In diesem Sinne danke ich im Namen der Jury und im Namen des Projekts EUROMED der EPO-Film für diese Produktion und dem MedienService des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kulturelle Angelegenheiten für die Ermöglichung dieser Produktion. 
Laudator: Prof. Dr. Thomas A..Bauer 
Bewertung
durchschnittliche
Bewertung:
18.4 Punkte - beispielhaftes didaktisches Multimediaprodukt – sehr gut (1)
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