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Dokumentation
Produktionsdaten
Abbildung:
Titel:Hunger
Medienart:Anderes Produkt
Herausgeber:EIKON Media GmbH Berlin, Brot für die Welt, Deutscher Entwicklungsdienst (DED), Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit ((GTZ) Die DED und GTZ sind ab 01.01.2011 Gesellschaft für Internationale Entwicklung GmbH (GIZ)), Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Welthungerhilfe, Misereor, Evangelisches Zentrum für Entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF), INKOTA-netzwerk.e.V., Südwestrundfunk (SWR) 
Autor:Steinberger, Karin; Vetter, Marcus; Temur, Ferit in Zusammenarbeit mit den Fachreferenten und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Partnerorganisationen 
Hersteller-Land:Deutschland 
Hersteller-Ort:Berlin 
Hersteller-Jahr:2010 
Produktumfang:DVD, Subhomepages der Partnerorganisationen; SWR-online/Hunger; Planet Schule 
Begleitmaterial:Die Partnerorganisationen haben zu den Inhalten des Dokumentarfilms Hunger umfangreiches Bildungsmaterial zusammengestellt. Zu den einzelnen Themenschwerpunkten gibt es Videobeiträge, Projektbeispiele, Unterrichtsmaterialien und Links zu verschiedenen Organisationen und Institutionen. Die Bildungs-DVD enthält ein zusammenfassendes Begleitheft über die Inhalte, Partnerorganisationen und mitwirkende Autoren. 
Systemvoraus-
setzungen:
DVD1 ist eine Video-DVD, die am PC und Stand-Alone-Gerät abgespielt werden kann. DVD 2 ist eine DVD-ROM, die ausschließlich auf dem Rechner abgespielt werden kann; Voraussetzungen: WINDOWS XP, Mac OS X 10.4; Bildschirmauflösung: mind. 1024X768 
ISBN/
Mediennummer:
Inhalt
Abstract:Die Bildungs-DVD „Hunger“ wurde in Zusammenarbeit mit Hilfs-Entwicklungs- und Nicht-Regierungsorganisationen in Deutschland produziert und enthält neben den Dokumentarfilm Hunger (Original mit deutschem Voice Over und Original mit englischen Untertiteln) umfangreiches Zusatzmaterial (Texte, Bilder, Projektvideos, Filmsequenzen, Interviews, Unterrichtsmaterialien, etc.). 
Inhalt:Man kennt das Bild mittlerweile. Ein Boot voller Menschen am Touristenstrand auf Gran Canaria. Sie schleppen sich durch den Sand, halb verhungert, bleiben einfach liegen und schauen auf die unter Sonnenschirmen liegenden Touristen. Sie sind Boten eines explosionsartigen Bevölkerungswachstums, das zu 95 Prozent in den Entwicklungsländern stattfindet. Sie zahlen ein Vermögen, um auf überfüllten Fischerbooten in eine Welt überzusetzen, die sie nicht kennen, aber von der sie wunderbare Dinge gehört haben. Un-vorstellbaren Reichtum glauben sie dort zu finden, und Glück. Was aber treibt Menschen dazu, ihre Familien und ihre Heimat zurückzulassen und ihr Leben für eine ungewisse Zukunft zu riskieren? Der 90-minütige Dokumentarfilm »HUNGER« erzählt, wie Menschen, Gruppen und Organisationen darum ringen, eine der schlimmsten sozialen, politischen und ökonomischen Probleme unserer Tage zu lösen: den Hunger in der Welt. In fünf Ländern stellen Marcus Vetter und Karin Steinberger die Frage, wie Menschen mit dem Hunger leben, und warum so viele Konzepte der Entwicklungspolitik versagt haben. Von Haiti, wo die mittellosen Bauern mit den Zauberworten Freihandelspolitik und Strukturanpassung gelockt wurden, bis nach Kenia, wo ganze Landstriche seit Jahren von Lebensmittelhilfe abhängig sind. Vetter und Steinberger suchen nach Ansätzen, wie sich die Entwicklungsländer aus der Umklammerung der Ersten – der reichen – Welt lösen können. Warum ist die Bekämpfung von Hunger so schwierig? Tatsache ist: Es werden zehn Prozent mehr Lebensmittel produziert als man benötigt, um alle Menschen satt zu bekommen. Marcus Vetter und Karin Steinberger sind in fünf Ländern auf Spurensuche gewesen: Was sind die Gründe für Hunger? MAURETANIEN 86 Millionen Euro zahlt die EU dem westafrikanischen Land, damit mächtige EU-Fangflotten die artenreichen Gewässer vor Mauretanien abfischen dürfen. So effizient wird das Meer ausgeräumt, dass die Fischernetze der Mauretanier oft leer bleiben. Weil sie vom Meer nicht mehr leben können, verkaufen viele ihre Boote an Menschenhändler. So wurde aus der Fischerstadt Nouadhibou in den letzten Jahren eine Flüchtlingsstadt. Hier geht sie für Tausende los, die Reise ins vermeintliche Paradies – oder in den Tod. KENIA Im Norden von Kenia lebt das Volk der Turkana. Jahrhundertelang haben sie in dieser kargen Region als Viehhirten gelebt. Seit Jahren wird ihr Land immer öfter von Dürren überzogen, ihre Herden werden dahingerafft. Die Menschen werden mit Lebensmittelhilfe versorgt, Hilfe, die sie zu Bittstellern degradiert. Wenig daran ist nachhaltig, vieles sinnlos. Den Massai im Süden des Landes geht es nicht viel besser. Dort wird das Wasser des Kilimandscharo in einer Pipeline nach Nairobi geschleust, an den Massai vorbei. Am Ende der Pipeline liegt eine Blumenfarm, in der Rosen für die Erste Welt produziert werden. INDIEN Seit Jahren kämpft die Humangenetikerin Suman Sahai gegen die Macht der Lebensmittelkonzerne. Sie bringt indischen Bauern bei, dass der Samen ihnen gehört, nicht Firmen wie Monsanto. Sie richtet in Dörfern Samenbanken ein, in denen der einheimische Samen erhalten wird. Weiter südlich sind die einheimischen Samen der Baumwolle fast verschwunden. Es gibt nur noch genmanipuliertes Saatgut. Doch keiner erklärt den Menschen den richtigen Um gang damit. Die Kleinbauern verschulden sich, weil das teure, empfindliche Saatgut auf ihren Feldern vertrocknet, weil sie viel zu viel Dünger benutzen, weil sie jedes Jahr neuen Samen kaufen müssen. Tausende haben sich in den letzten Jahren wegen Überschuldung umgebracht. BRASILIEN Holzfirmen, Kleinbauern, Rinderzüchter, Sojafarmer: Das ist der Lauf der Zerstörung im Amazonas. Menschen verdienen viel Geld mit der Vernichtung einer der wichtigsten klimatischen Lungen dieser Welt. 20 Prozent des Amazonas sind bereits gefällt. Immer weiter frisst sich die Gier in den Regenwald, Aktivisten und Kleinbauern sind Freiwild. Alles nur, damit die Erste Welt mit Fleisch versorgt werden kann. Und mit Soja, das zu großen Teilen zu Viehfutter wird. HAITI Dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre wurden blühende Landschaften versprochen, wenn der Agrarstaat der internationalen Freihandelszone beitritt. Mit der Öffnung des Marktes fielen jedoch die Preise für Rohstoffe so stark, dass Importprodukte billiger wurden als die Erzeugnisse der Einheimischen – so wurde den Bauern jegliche Existenzgrundlage entzogen. Dazu kommt eine korrupte Regierung und eine Natur, die kein Erbarmen kennt. Das Erdbeben im vergangenen Jahr hat die zuvor schon dramatische Situation weiter verschärft. Diese Bildungs- und Informations-DVD zum Dokumentarfilm »HUNGER« möchte Anstöße und Anregungen geben, sich mit einer der schlimmsten menschlichen, politischen und ökonomischen Katastrophen und ihren Fol¬gen auseinanderzusetzen - dem HUNGER in der Welt. Die DVD bietet dafür vielfältige Möglichkeiten. Sie enthält auf einer Video-DVD den vollständigen Film »HUNGER« von Marcus Vetter und Karin Steinberger. Sie enthält umfangreiches Informationsmaterial zu den im Film gezeigten Themen. In den Texten und Videos, die von den Kooperations¬partnern zusammengestellt wurden, werden die Ursachen und Folgen des Hungers sowie Handlungsmöglichkeiten wie, z. B. Projekte in Entwicklungsländern, vertiefend dargestellt. Dabei wird versucht, auch die komplexen Zusammenhänge des Themas aufzuzeigen. Denn so, wie es nicht nur eine Ursache für den Hunger gibt, so wenig gibt es die eine Lösung im Kampf gegen den Hunger und die Unterernährung. Die Daten-DVD enthält sehr umfangreiches (medien)pädagogisches Material für die Länder- und Themenschwerpunkte des Films. Dieses kann sowohl im schulischen wie auch außerschulischen Kontext verwendet werden. Weiterführende Literatur- und Medienhinweise sowie Kontaktinformationen zu den Fachreferenten der Kooperationspartner er¬leichtern eine Arbeit zu den Themen. Das Informations- und Bildungsmaterial ist nach Themenfeldern den fünf Kapiteln des Films zugeordnet. Die Materialien sind mit den entsprechenden Filmkapiteln verknüpft, so dass einzelne Themenschwerpunkte leicht ausgewählt und vertieft werden können. WELTAGRARHANDEL Die ärmsten Länder und die Armen auf dem Land gehören eindeutig zu den Verlierern des Welthandels und seiner weiteren Liberalisierung. Kleinen, eher traditionell geprägten landwirtschaftlichen Existenzen, stehen große auf den Weltmarkt ausgerichtete Agrarunternehmen in einem ungleichen Konkurrenzkampf gegenüber. (Ein Beitrag von Misereor) AGROBIODIVERSITÄT UND SAATGUT Seit etwa 150 Jahren schwindet diese Vielfalt in einem atemberaubenden Tempo. Mehr als 2000 Nutztierrassen sind vom Aussterben bedroht, rund drei Viertel der Nutzpflanzensorten gingen seither unwiederbringlich verloren. Die Kommerzialisierung der Landwirtschaft und Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion sind die Hauptursachen für den Verlust der Agrobiodiversität. Fachleute kritisieren die ausufernde Patentierung von Saatgut und genetischen Informationen. (Ein Beitrag der GTZ) AGRO(BIO)KRAFTSTOFFE Eine starke Expansion von Biokraftstoffen schafft einen enormen Bedarf an landwirtchaftlichen Flächen und Wasser. Das birgt die Gefahr großer negativer sozialer und ökologischer Folgen: Steigende Lebensmittelpreise, Entwaldung und die Erschöpfung von Wasserressourcen. (Ein Beitrag von Brot für die Welt) ERNÄHRUNGSSICHERUNG Nahrung ist ein Menschenrecht und die Ernährung gilt als sicher, wenn verschiedene Kriterien erfüllt sind. Die Verfügbarkeit an Nahrungsmitteln muss für einen längeren Zeitraum sicher sein. Die Menschen müssen ausreichend Kaufkraft für Nahrungsmittel haben, die sie nicht selbst produzieren. Au¬ßerdem müssen Menge, Qualität und Ausgewogenheit der Nahrung den Bedarf des Körpers ausreichend decken und den kulturellen Gewohnheiten entsprechen. (Ein Beitrag der Welthungerhilfe) FISCHEREIPOLITIK Laut Welternährungsorganisation FAO sind bis zu 80 Prozent der Weltmeere leer gefischt. Für 40 Prozent der Weltbevölkerung stellt Fisch die einzige tierische Eiweißquelle dar. Die Lebensgrundlage der handwerklichen Küstenfischer sind durch die ausländischen Fischereibooten und illegalen Fischer vor der 200 Meilenzone stark gefährdet. (Ein Beitrag des eed) FRAUEN Frauen leisten einen großen Beitrag zur Ernährungssicherung für die ganze Familie. Sie tragen den größten Teil der Arbeitslast in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und Subsistenzwirtschaft in Afrika und in weiten Teilen Asiens. Weltweit nehmen die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft ab, aber der Anteil der in der Landwirtschaft arbeitenden Frauen nimmt zu. (Ein Beitrag des DED) GENTECHNIK Die Erfolge der wenigen kommerziell eingesetzten gentechnisch veränderten Organismen sind nach wie vor umstritten. Umwelt- und Gesundheitsrisiken können weiterhin nicht seriös bewertet werden. Es fehlen bisher Ergebnisse und Konzepte einer langfristigen Sicherheitsforschung. Probleme, die sich aus der Privatisierung und Patentierung von Wissen und Saatgut ergeben, sind in der Gentechnik besonders gravierend. Der Grad ihrer Monopolisierung in den Händen weniger mul¬tinationaler Unternehmen ist beispiellos. (Ein Beitrag von Inkota-netzwerk) GRÜNE REVOLUTION Die Grüne Revolution sollte die Ernährung der stark wachsenden Bevölkerung in den Entwicklungsländern sicherstellen. Durch die Umstellung der Landwirtschaft auf moderne Produktionsmethoden und den Einsatz von Hochleistungssaatgut, Monokulturen, Pflan-zenschutzmitteln und mineralischen Düngemitteln, konnten die Erträge enorm gesteigert werden. Dadurch erkaufte man sich den Rück¬gang von Agribiodiversität, erhöhter Anfälligkeit für Schädlingsbefall und Zerstörung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit. (Ein Beitrag von Misereor) KATASTROPHEN- & NAHRUNGSMITTELHILFE Die schnelle Lieferung von Nahrungsmitteln dient dazu, das Überleben von Menschen zu sichern, wenn ihre eigenen Möglichkeiten erschöpft sind. Dies ist meist nach Naturkatastrophen oder in bewaffneten Konflikten der Fall. Dabei wird zwischen einer freien Verteilung der Rationen an besondere Gruppen wie Kinder, Waisen und Schwangere sowie projektgebundener Verteilung unterschieden, wo die Menschen in Wiederaufbaumaßnahmen eingebunden werden. (Ein Beitrag der Welthungerhilfe) KLIMAVERÄNDERUNG Die Landwirtschaft ist einer der wesentlichen Verursacher des Klimawandels und sie ist dessen bedeutendstes Opfer. Die erwarteten Fol¬gen des Klimawandels in weiten Teilen der Erde sind: Dürre und Überschwemmungen, Stürme und Tornados, der Anstieg des Mee-resspiegels, die Versalzung des Grundwassers, häufigere und schwerere Unwetter, verstärktes Artensterben und die Ausbreitung alter und neuer Krankheitserreger. (Ein Beitrag von Brot für die Welt) LAND GRABBING Unter “Land Grabbing“ versteht man den großflächigen Kauf oder die Pacht von Agrarflächen durch staatliche Akteure und private Investoren, sowohl aus Industrie- als auch aus Schwellenländern. Verglichen mit anderen Regionen sind insbesondere afrikanische Länder von großflächigen Landverkäufen und –verpachtungen betroffen: Angola, Äthiopien, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Madagaskar, Mali, Mosambik, Sambia, (Süd-) Sudan und Tansania. Das sind Länder, welche überwiegend Nahrungsmittelimporteure sind, Länder mit hoher ländlicher Armut und Nahrungsunsicherheit. (Ein Beitrag von Inkotanetzwerk) LANDRECHTE Unklare, umstrittene oder sehr ungleiche Landrechte sind in vielen armen Ländern eine Ursache von Armut und Konflikten. Das Problem ist oft – besonders in Afrika – begründet im Nebeneinander von staatlichem Recht mit traditionellen, zum Teil kommunalen Landbe-sitzformen. (Ein Beitrag von Brot für die Welt) LOKALE MÄRKTE Die Mehrheit der Bevölkerung in Entwicklungsländern lebt in ländlichen Gebieten. Kleinbauernfamilien bewirtschaften etwa 60 Prozent der weltweiten Anbaufläche und produzieren den größten Teil der Nahrungsmittel. Allerdings lebt, laut Weltagrarbericht, der größte Anteil der Hungernden auf dem Lande. Sinkende Ernteerträge, fehlende Marktanbindung, unzureichender Zugang zu Krediten oder ungleiche Handelsbeziehungen sind einige Gründe für Armut und Hunger. (Ein Bei¬trag des DED) MEDIZINISCHE ASPEKTE Hunderte Millionen Menschen leiden an Unterernährung, am Mangel der notwendigen Nährstoffe wie Eisen, Zink, Jod und Vitamin A. Diese Menschen leiden nicht immer akuten Hunger, sind aber gesundheitlich schwer beeinträchtigt. Ebenso viele Menschen leiden weltweit an krankhaftem Übergewicht. Es ist die Hauptursache für chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlagan¬fälle und bestimmte Arten von Krebs. (Ein Beitrag von Misereor) MIGRATION / FLÜCHTLINGE Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt verlassen ihre Heimat, um ihren Lebensmittelpunkt an einen anderen Ort zu verlegen. Mehr als 150 Mio. Menschen weltweit leben als Migranten in einem Staat, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. (Ein Beitrag von Brot für die Welt) MILLENNIUMSENTWICKLUNGSZIELE Die Vertreter von 189 Staaten einigten sich im September 2000 in New York auf die Millenniumserklärung. Mit den Millennium-Development-Goals (MDGs) verpflichteten sich reiche wie arme Länder, bis zum Jahr 2015 konkrete Entwicklungsziele zu erreichen. (Ein Beitrag von NoExcuse 2015 - UN-Kampagne) WASSERRECHTE Die Landwirtschaft verbraucht mit Abstand das meiste auf der Erde verfügbare Süßwasser, weil ein Großteil der agrarischen Nutzungsflächen bewässert werden müssen. Längst konkurriert die Landwirtschaft in Gegenden, die bewässert werden müssen, mit den Bedürfnissen der dort lebenden Menschen nach Wasser. (Ein Beitrag von Brot für die Welt).
Retrieval
Bildungsbereich:Schule, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufsbildung 
Bildungskategorie:ethische Bildung, europolitische Bildung, politische Bildung 
Ethik-
Themenfeld:
6.1. Der Einzelne und die Gesellschaft
Systematik:Ethik, Politische Bildung, Spiel- und Dokumentarfilm, Wirtschaftskunde
Auszeichnung
Auszeichnungs-Art:Comenius-EduMedia-Siegel und Comenius-EduMedia-Medaille 
Auszeichnungs-Jahr:2011 
Auszeichnungs-Ort:Berlin 
Auszeichnungs-text:Hunger: Die Themen Hunger, Armut und soziale Ausgrenzung begleiten die Menschheit seit jeher. Mittlerweile sind sie nicht mehr nur Objekt moralischer Verantwortung, sondern im Zuge zunehmender Analyse und kontextueller Aufklärung – vor allem seitens nationaler und internationaler Hilfsorganisationen in öffentlichen Diskursen – auch Leitthemen in der Diskussion um die Grenzen, die Versäumnisse und die Chancen globaler Wohlfahrt. Aus vielerlei Gründen, zuletzt nicht auch wegen der Psychologie der Wirkung von Sensation und Dramatisierung sowie falsch verstandener Instrumentierung der Bildästhetik der Medien, ist vor allem das Thema Hunger in die Ecke der drei K-News abgedriftet: Krieg, Konflikte, Katastrophen. Was am Ende immer den Distanzierungsmechanismus des ohnedies wohlwollenden Beileids bedient: hilflos, aber eben selbst schuld selbst. Hilfsbedürftig, aber eben rettungslos verstrickt. Es ist eben jedes Unglück nur so schwer, wie man es nimmt. Und nimmt man Hunger als bloßes Unglück, noch dazu verursacht von denen, die darunter leiden, dann ist es für uns wohlgesättigte Bürger stets nur halb so schwer. Dieser Einordnung entzieht sich das von Marcus Vetter und Karin Steinberger realisierte Filmprojekt gründlich. Der 90 minütige Dokumentarfilm erzählt das Bemühen von Initiativen und Organisationen um Lösungen der sozial, politisch und global-ökonomisch zueinander vernetzten Problemlagen in fünf Ländern : Mauretanien, Kenia, Indien, Brasilien und Haiti – und erreicht damit didaktisch überzeugend und in seinem Engagement sehr glaubwürdig ein filmsprachlich und dokumentarisch höchst ambitioniertes Arrangement von Information, Analysen und Folgenabschätzung, von dem man erwarten kann, dass es bei den Zielpublika eben nicht nur moralisches Entsetzen, sondern eine mit Wissen um die kontextuelle Struktur der Problematik gestützte und in diesem Sinne Aufmerksamkeit nachhaltig gewährleisten kann. Die Jury will mit der Verleihung der Comenius-EduMedia-Medaille 2011 für diesen dokumentarischen Filmsatz vor allem das Engagement der Produzenten sowie der Hilfsorganisationen, die das Projekt ermöglicht haben, werten und das Projekt als Modell vorstellen, dass und wie man soziale Verantwortung und politisches Bewusstsein pädagogisch effektiv ansprechen kann.  
Laudator:O. Univ. Prof. Dr. Thomas A. Bauer 
Bewertung
durchschnittliche
Bewertung:
18.4 Punkte - beispielhaftes didaktisches Multimediaprodukt – sehr gut (1)
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