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Dokumentation
Produktionsdaten
Abbildung:
Titel:Der Fall Prestige
Medienart:Video-Kassette
Herausgeber:Cut Production, Nikos Megrelis 
Produktumfang:1 Video 
Systemvoraus-
setzungen:
Videotechnik 
Inhalt
Retrieval
Bildungsbereich:Sekundarstufe II, Weiterbildung/Fortbildung, Erwachsenenbildung 
Bildungskategorie:ethische Bildung 
Ethik-
Themenfeld:
3. Mensch und Umwelt
3.2. Mensch, Artenvielfalt und Artenerhalt
Schlagwort:Ethik, ethics, Katastrophe, Umwelt, Umweltschutz, Dokumentarfilm
Systematik:Ethik, Medienpädagogik
Auszeichnung
Auszeichnungs-Art:Euromedia-Medaille 
Auszeichnungs-Jahr:2003 
Auszeichnungs-Ort:Berlin 
Auszeichnungs-text:Der Schiffsbruch vom Öltanker „Prestige“ hat die größte Umweltkatastrophe der letzten Jahre verursacht, vergleichbar mit dem ähnlichen Fall von „Exxon Valdez“. In dieser Dokumentation wird der Schiffsbruch von „Prestige“ untersucht, die Folgen für die Umwelt, die fehlenden Sicherheitskontrollen und die wirtschaftlichen Interessen, die die sogenannten „Gelegenheitsfahnen“ in der internationalen Handelsmarine kontrollieren. Nikos Megrelis war mit seinen Mitarbeitern in La Corunia und an der Küste von Galizien und hat mit seinen Kameras erschütternde Bilder festgehalten und schockierende Interviews durchgeführt. Interviews, vor allem mit Menschen, die mitangesehen haben, wie die materiellen Bedingungen ihres Lebens, innerhalb eines Tages, zugrunde gegangen sind. Die Dokumentation ist aber viel tiefer und weiter gegangen. Es wird analysiert, wie es zum Schiffsbruch gekommen ist, wer die Verantwortung trägt und warum durch die Kombination von Wirtschaftsinteressen und Rechtlosigkeit solche Unfälle eine alltägliche Bedrohung der Umwelt sind. In der Dokumentation wird das Problem der Einwand-Schiffen, Öltankern deren Rumpf aus einer einfachen und nicht aus einer doppelten Wand besteht, untersucht. Schiffe, die wie fahrende Bomben die Weltmeere und das Ökosystem bedrohen.Es wird das Phänomen der sogenannten Off-Shore Companies untersucht, wie sie zustande kommen, wo und wie sich die wahren Besitzer verstecken, wie sie sich jeglicher Sicherheitskontrolle entziehen können und keiner staatlichen Kontrolle unterliegen und wie mittels eines Telefongesprächs Eigentümer, Klienten, Frachtziel oder Schiffsfahne, in einem fortdauernden Prozess, gewechselt werden. Im Rahmen dieser Dokumentation kommen zu Wort: der Premier-Minister Portugals, Minister und höhere Beamte der spanischen Regierung, der griechische Minister für die Handelsmarine, der Präsident des griechischen Reederverbandes und Vertreter der griechischen Handelsmarinegewerkschaft.Die Dokumentation analysiert die Gefahren für derartige Unfälle in den griechischen Gewässern und die Maßnahmen die dagegen getroffen werden. Die Kamera verfolgt die Übungen, die ständig wiederholt werden, damit die Bereitschaft mit solchen Unfällen fertig zu werden, verbessert wird.Schließlich wird der Fall Exxon Valdez in Erinnerung gezogen und im Vergleich werden Ähnlichkeiten und Folgen analysiert, da Exxon Valdez die größte Umweltkatastrophe dieser Art im vorigen Jahrhundert gewesen ist.Die Dokumentation weist eine Reihe von herausragenden Pluspunkten auf, weswegen sie unter einer großen Zahl von Kandidaten ausgewählt wurde. Sie eignet sich ausgesprochen als Basis und Anschauungsmaterial für den Umweltunterricht, aber für die Analyse von Wirtschaftspraktiken, die der nationalen und internationalen Kontrolle entziehen und im Rahmen der Wirtschaftskriminalität gesehen werden müssen. Der Zusammenfall von unmoralischen und skrupellosen gewinnorientierten Verhalten und politischer bzw. oder unbewussten Blindheit wird klar herausgestellt. Gleichzeitig handelt es sich um eine Dokumentation, die von einem griechischen Team durchgeführt wird, die zweifellos als eine europäische Produktion angesehen werden muss, sowohl wegen der inhaltlichen Bearbeitung des Themas als auch durch die technische Form der Realisierung.Die Dokumentation unterliegt keiner „nationalen“ Verschönerung des Problems und hat sehr stark die öffentliche Meinung in Griechenland sensibilisiert und beeinflusst. Es ist eine bekannte Tatsache, dass die wirklich größte Tankerflotte der Welt „Gelegenheitsfahnen“ trägt und dass die absolut überwiegende Zahl dieser Schiffe griechischen Reedern gehören. Durch die Off-Shore-Companies und die Gelegenheitsfahnen können diese Reeder sich jeglicher nationalen und internationalen Kontrolle entziehen. Dadurch brauchen sie keine Steuer zu zahlen, sie minimalisieren ihre Kosten und sind an keiner legalen Ordnung gebunden, die die Arbeitsbedingungen auf diesen Schiffen regeln würde. Es ist bezeichnend, dass bei der Abstimmung im europäischen Parlament, die kurz nach dem Unfall stattgefunden hat und mit ca. 96%-Mehrheit für Maßnahmen zur Abschaffung der Öltanker entschieden hat (kein Einlass für einwandige Tanker in europäische Häfen, keine Ladeerlaubnis etc., was schon längst in den Vereinigten Staaten gesetzlich verankert ist) die griechischen konservativen Abgeordneten sich der Stimme enthalten haben. Verhalten, was die griechische Regierung öffentlich sehr stark kritisiert hat. Die Erklärung der Konservativen Opposition war in ihrem Zynismus sehr einfach. Die Abgeordneten haben sich so verhalten, weil sie den komparativen Vorteil nicht gefährden wollten, den dadurch Schiffe griechischen Besitzes in der internationalen Konkurrenz genießen.Auch diese Form der Vernetzung von Wirtschaftsinteressen und Politik wird in der Dokumentation veranschaulicht und es wird herausgestellt was es bedeuten kann, wenn Handelsfreiheit mit Normen- und Gesetzlosigkeit identifiziert wird.Schließlich muss herausgestellt werden, dass die Dokumentation in Universitäten in Fachbereichen für Ökologie, Handelsrecht und Massenmedien, aber auch in der Nationalen Schule für Verwaltung als Anschauungsmaterial für den Unterricht eingesetzt wird.Cut Production, Nikos Megrelis, wird für die Entwicklung des Videos „Der Fall Prestige“ mit der Comenius-Euromedia-Medaille ausgezeichnet. 
Laudator:Univ.-Prof. Dr. Dimitris Charalambis 
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