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Dokumentation
Produktionsdaten
Abbildung:
Titel:Parzival
Medienart:Video-Kassette
Herausgeber:Staatsoper Wien 
Autor: Produktion: Neue Sentimental Film, ORF 2004 
Hersteller-Land:Österreich 
Hersteller-Ort:Wien 
Hersteller-Jahr:2004 
Inhalt
Retrieval
Ethik-
Themenfeld:
Auszeichnung
Auszeichnungs-Art:Euromedia-Siegel 
Auszeichnungs-Jahr:2005 
Auszeichnungs-Ort:Berlin 
Auszeichnungs-text:Parsifal – Richard Wagner und Indiana Jones Produktion: Neue Sentimental Film, ORF 2004 DVD Richard Wagners monumentales Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ wurde im April 2004 in einer Inszenierung von Christine Mielitz und unter der musikalischen Leitung von Donald Runnicles an der Wiener Staatsoper neu auf die Bühne gebracht. Nicht nur, weil Thomas Quasthoff in der Premierenproduktion die Rolle des Amfortas übernommen hatte, stieß diese radikale Neuauslegung des mittelalterlichen Stoffes auf ein großes Medienecho. Mielitz befreit das Musikdrama von seiner – in der Aufführungstradition häufigen – religiösen Überhöhung und bringt es zurück auf seine essentiellen Fragen, die auch heute noch gesellschaftlich aktuell sind. Der Wiener Filmemacher Werner Boote hat die Arbeit an der Inszenierung und ihre Aufführung an der Staatsoper filmisch mitverfolgt. In seiner Dokumentation belässt er es aber nicht dabei, die Ideenwelt Wagners und Mielitzs zu beleuchten, sondern er führt einen zweiten Erzählstrang ein, in dem er die Suche nach dem Gral aus heutiger Sicht thematisiert. In der Form einer Parallelmontage verwebt der Film geschickt mehrere Ebenen der Betrachtung der Thematik miteinander. Zunächst ist da die Handlung der Wagnerschen Oper, die durch Filmaufnahmen der Aufführung visualisiert wird und stets mit Wagners Musik unterlegt ist. Untertitel betonen zentrale Passagen der Dichtung, wo dies zum Verständnis beiträgt. Der Fortgang der Handlung wird in einer filmisch sehr ästhetisch umgesetzten Raffung durch einen Off-Sprecher zusammengefasst. In einer zweiten Ebene sprechen Personen aus dem Umkreis der Inszenierung – die Regisseurin Christine Mielitz, der Dirigent Donald Runnicles, der Dramaturg Peter Blaha, die Sänger Thomas Quasthoff, Johan Botha und andere – über ihren persönlichen Zugang zu Wagners Musikdrama und ihre Interpretation seines Inhalts. Diese Aufnahmen sind wiederum durch ihre Beleuchtung und Bildgestaltung sehr ästhetisch in Szene gesetzt und bilden dadurch eine Einheit mit den Bildern des Bühnengeschehens. Die dritte Ebene thematisiert die Reise des Regisseurs zu den Orten der Gralssuche in Spanien, wo er entlang der Gralsroute von San Juan de la Peña bis nach Zaragoza fährt, wo er schließlich den angeblichen Gral, bewacht von Gralsrittern aus Valencia, findet. Dies tut er zur Osterzeit, einer Zeit, in der traditionell Wagners „Parsifal“ auf den Opernbühnen weltweit aufgeführt wird, die aber in Spanien auch von fanatischen Osterprozessionen bestimmt ist. Auf dieser Reise begegnet Werner Boote zahlreichen Menschen, die sich mit dem Gralsmythos beschäftigt haben. Der populärwissenschaftliche Historiker und Schriftsteller Michael Hesemann, der in seinem Buch behauptet, den Gral entdeckt zu haben, kommen darin ebenso zu Wort, wie moderne Gralsritter und Geistliche. Werner Boote gelingt es in seinem Film, die Aktualität von Richard Wagners „Parsifal“ aufzuzeigen, und die Handlung mit ihren historischen Quellen – Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ und Chrétien de Troyes „Perceval“ – und dem Mythos des Grals zu verbinden. Er verfängt sich dabei aber nicht in Vermutungen und Theorien, sondern begegnet seinen Gesprächspartnern stets mit dem notwendigen Abstand und einer Portion Humor, die die Dokumentation auflockert und auf den Spekulations-Charakter einzelner Aussagen verweist. Gleichzeitig beschreibt der dramaturgische Aufbau des Films den Aufbau der Wagnerschen Oper nach: Es ist die Suche nach Erkenntnis, an deren Ende die Erkenntnis steht, dass die Suche vor allem auch eine Suche nach sich selbst ist. Laudatio: Mag. phil. Lothar Ruttner Auszeichnung: EuroMedia-Siegel 2005  
Laudator:O. Univ.-Prof. Dr. Thomas A. Bauer 
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